Neue Gemeinde feiert Fusion

veröffentlicht 27.05.2026 von Heike Hartung, KG Rhein-Ried

Artikel im Groß Gerauer Echo vom 27.5.2026 Seit Anfang des Jahres sind die evangelischen Kirchengemeinden Gernsheim, Allmendfeld, Biebesheim und Stockstadt zur neuen Gemeinde Rhein-Ried fusioniert. Das wurde jetzt gefeiert.

Neue Gemeinde feiert Fusion - von Rene Granacher

BIEBESHEIM. Das Pfingstfest gilt als Geburtstag der Kirche – passend dazu feierte am Sonntag, 24. Mai, die evangelische Kirchengemeinde ihr Zusammenwachsen aus den vorher selbständigen Bezirken Allmendfeld, Biebesheim, Gernsheim und Stockstadt. Nachdem sie zuvor schon kooperiert hatten, bilden sie seit Beginn diesen Jahres eine Einheit: Anlass für einen feierlichen Fusionsgottesdienst in der Biebesheimer Kirche mit viel Musik, Hoffnung und guten Wünschen für die Zukunft. Mit „Vier werden eins“ war die Feier überschrieben. Zur Symbolik gehörte der Aufbau des neuen Logos, das die vier Kirchen der neuen Gemeinde abbildet: Aktive aus jedem der Gemeindebezirke brachten typische Gegenstände mit und setzten ihr Viertel des Gesamtbildes in einen dafür vorbereiteten großen Rahmen ein. 

Die Abbildung der Kirchen steht auch für die Entschlossenheit, sie alle zu behalten – keine Selbstverständlichkeit in Zeiten sinkender Mitgliederzahlen und Einnahmen. Jedes der Gotteshäuser soll mit eigenem Profil weiter liturgisch genutzt werden. 

Aufbruch und Neubeginn in zusammengesetzter Gemeinde

Zwei Pfarrerinnen und ein Pfarrer leiteten gemeinsam den Gottesdienst: Ksenija Auksutat, Michelle Siebers und Claus Munstein. Dazu kamen viele Ehrenamtliche, die den Grundstock für eine aktive Gemeinde bilden, Lesungen und Kollekten übernehmen und sich im Kirchenvorstand engagieren. Mit dessen Vorsitzendem Richard Hefermehl waren mehr als 20 von ihnen am Gottesdienst beteiligt und sangen auch gemeinsam das bekannte „Da berühren sich Himmel und Erde“ – eine Ermutigung zu Aufbruch und Neubeginn.

Pfarrerin Auksutat ging in ihrer Predigt auf die Sorgen ein, die mit großen Veränderungen unweigerlich verbunden sind. Dagegen setzte sie den Aspekt, durch den Zusammenschluss nicht weniger zu werden, sondern größer. „Größer im Denken, in den Möglichkeiten, in den Begegnungen.“ Verschiedenheit sei keine Bedrohung, sondern eine Chance: „Unsere vier Orte bringen unterschiedliche Gaben mit. Unterschiedliche Traditionen, Ideen, Menschen. Genau darin liegt eine Stärke.“ Sie sparte den politischen und ökologischen Auftrag der Kirche nicht aus, rief zu sachlicher Auseinandersetzung statt Ausgrenzung auf. Vertreter des Dekanats zeigten sich in ihrem Grußwort zuversichtlich, dass die neue Gemeinde mehr sein werde als die Summe ihrer Teile. Eine Fortsetzung und Ausdehnung der guten ökumenischen Zusammenarbeit wünschte sich Petra Wolfgang vom katholischen Pastoralraum Nördliches Ried. Für die bürgerlichen Gemeinden lobte Stockstadts Bürgermeister Thomas Raschel den Zusammenhalt über Ortsgrenzen hinweg.

Waren die Wortbeiträge von etwa Rückschau und viel Blick nach vorn geprägt, so auch die Musik: Beliebte moderne Kirchenlieder wie „Eingeladen zum Fest des Glaubens“ standen im Vordergrund, dazu kamen unverzichtbare Klassiker wie „Lobe den Herren“. Die Kirchenchöre aus Stockstadt und Biebesheim brachten sich ein, die Posaunenchöre aus Stockstadt und Gernsheim, auch der Projektchor aus der Schöfferstadt. Die musikalische Gesamtleitung hatte Dekanatskantorin Gunhild Streit. Lieder wie „Atmen wir den frischen Wind “ standen für den Willen der Gemeindeangehörigen, sich den Herausforderungen der Zukunft gemeinsam zu
stellen. Damit sich bewahrheitet, was in der Pfingstlesung aus der Apostelgeschichte zu hören war: „Die ganze Gemeinde war ein Herz und eine Seele.“